Kurztrip nach Kopenhagen

03.10.2025

Hello Dänemark!

02.10.2025

Gott, wie lange habe ich darauf gewartet, das endlich mal sagen zu können. Man glaubt es kaum, aber tatsächlich habe ich es in den zwei Jahren, die ich in Hamburg gelebt habe, nicht ein einziges Mal nördlicher als bis Kiel geschafft. Ziemlich traurig eigentlich... 

Doch nun ist es endlich soweit - gerade noch im Klassenzimmer und kaum einen spontanen Entschluss später sitze ich mit zwei Flixbustickets und einer Hostelbuchung in meinem Wohnzimmer und frage mich, was ich mir eigentlich dabei gedacht habe, an die Ostsee zu fahren, wenn da oben Orkanwarnung ist. Doch jetzt ist es zu spät. 

Die Tasche ist gepackt, die Reise gebucht und gleich geht's los.

Natürlich gleicht meine Anreise mal wieder einer mittelschweren Katastrophe. Mit dem Zug von Gotha nach Göttingen, dort umsteigen nach Uelzen, hier umsteigen nach Hamburg und von dort aus, nach einer kurzen Mittagspause mit einer Freundin, weiter mit dem Flixbus nach Kopenhagen. 

Haben wir mit Verspätung gerechnet? Ja.
Hatten wir Verspätung? Selbstverständlich.

Statt, wie geplant, 19:15 Uhr kam ich schließlich 23:30 Uhr völlig zermatscht in meinem Hostel an und fiel direkt ins Bett.

03.10.2025

Der erste Tag in Dänemark und Charly steht um 6:30 Uhr auf. Erinnert mich an die guten, alten Zeiten in Brasilien... Und auch heute hat diese Uhrzeit eher pragmatische Gründe. Ich habe mir nämlich sagen lassen, dass der Sonnenaufgang am Nyhavn ein einmaliges Erlebnis sein soll - und sowas lassen wir uns natürlich nicht entgehen! Also Kamera geschnappt, unterwegs 'nen Kaffee geholt und los.

Und was soll ich euch sagen - Ich lieb's!

Wie kann ein Himmel bitte so schön sein? Ich habe unverschämtes Glück mit dem Wetter und erstaunlicherweise scheinen nur wenige Menschen so verrückt zu sein wie ich, denn ich bin hier tatsächlich komplett alleine. 

Die gesamte Stadt schien noch zu schlafen.

Ungefähr 300 Fotos später beginnt der eigentliche Trip durch die Stadt. Wie man das als guter Explorer so macht, hatte ich mir im Vorfeld absolut keine Gedanken gemacht, was ich sehen wollte. Einfach loslaufen, schauen wo man vorbei kommt, einen Fuß vor den anderen setzen und möglichst oft abbiegen, um nicht irgendwann vom Tellerrand zu fallen.

Leute, ich liebe diese Stadt!

Wie kann ein Ort bitte so wunderschön sein? An jeder Ecke gibt es hier etwas zu sehen, die Gebäude machen sich gegenseitig Konkurrenz und OH MEIN GOTT, hier kann man soooo gut Essen!

Ein Tag, 26.000 Schritte, eine Kanalrundfahrt und knapp 500 Fotos später liege ich komplett K.O. in meinem Hostelbett, frage mich, wie ich so viele Jahre auf das Reisen verzichten konnte und bin glücklicher als je zuvor.

Dieser Kurztrip ist die erste Reise, die ich seit meiner Trennung mache. Genau genommen ist es auch die erste richtige Reise seit ich aus Australien zurückkam. Ein Wochenende Ostsee, zwei Wochen All Inclusive Urlaub Tuniesien, drei Tage Familienbesuch in Boston und eine Woche Kreta mit meinen Eltern waren in der Zwischenzeit zwar nett, hatten allerdings nichts mit dem Reisen zu tun, was ich vor dieser Zeit kannte. Mit der Entscheidung, eine Familie zu gründen, gab ich dieses Reisen komplett auf. Und ehrlich gesagt konnte ich mich vor diesem Trip nach Kopenhagen kaum noch daran erinnern, wie es gewesen war, einfach so spontan für die kommende Woche einen Flug zu buchen oder stundenlang im Zug irgendwo hin zu fahren, nur um ein kleines Fleckchen Erde zu entdecken.


Diese Freiheit fehlte mir mehr als ich zugeben wollte. 

Doch ich habe mir fest vorgenommen, diesen Teil meiner Persönlichkeit nie wieder zu verstecken. Es gehört zu mir und wird für immer bleiben. Jede Reise, jede Erinnerung. Und jetzt, wo ich hier in Kopenhagen sitze, die Abendsonne auf meine Nase scheinen lasse und den morgigen Tag plane, bin ich mir sicher, dass uns in den kommenden Jahren noch sehr viel mehr erwarten wird!

Ich habe heute meine alte Energie wiederentdeckt, meine Neugier und auch ein kleines Stückchen Mut. Möglicherweise muss ich erst wieder lernen, spontan zu sein, doch bis dahin genieße ich die kleinen Schritte zurück in mein altes Leben.

Und morgen geht's nach Schweden...

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